Wie finde ich meinen Stern?

Einfachste Möglichkeit: Ein Online Planetarium nutzen

Stern findenDie einfachste Möglichkeit besteht darin, ein Online-Himmelsplanetarium - so wie Stellarium - zu benutzen. In dieses müssen Sie nur die Hip-Nummer Ihres Sternes (z.B. „HIP 677“) eintragen. Als Ergebnis bekommen Sie eine tagesaktuelle Sternenkarte mit genauen Angaben zu der Position Ihres Sternes.

Rechts sehen Sie ein Beispielbild aus Stellarium. Das Bild zeigt Ihnen, was Sie am 14.02.2012 (dem Valentinstag) um Mitternacht am nördlichen Horizont sehen werden. Sie werden gleich zwei interessante Sternbilder sehen, den sehr schönen Schwan und die Leier mit der Wega, dem vielleicht bekanntesten Stern des Nordsternhimmels. Mit einem Online Planetarium wie Stellarium können Sie also mithilfe der Suchfunktion ganz bequem nach Ihrem Stern suchen und sich zeigen lassen, wo sich Ihr Stern zu einem beliebigen Zeitpunkt am Himmelszelt befindet.

Für Fortgeschrittene: Immer alles dabei - Die drehbare Sternkarte

Drehbare SternkarteMöchten Sie vom Computer unabhängig sein und auch in der Wildnis, zum Beispiel am Lagerfeuer oder beim Campen, Ihren getauften Stern finden können?

Dann wäre der Erwerb einer drehbaren Sternkarte für Sie das Richtige. Auf einer drehbaren Sternkarte stellen Sie mit Hilfe von Drehrädern Ihr Datum und Ihre Urzeit ein. Sie sehen dann, in welcher Himmelsrichtung und auf welcher Höhe Sie Ihren Stern sehen können. Die Anwendung der Sternenkarte ist nach etwas Übung recht intuitiv. Die einer drehbaren Sternkarte beiliegende Gebrauchsanweisung erklärt Ihnen, was Sie genau tun müssen, um Ihr Sternbild im Handumdrehen zu finden.

Im Bild rechts sehen Sie wie eine typische drehbare Sternkarte aussieht. Übrigens: Jede drehbare Sternkarte ist speziell auf die Nutzung in einer geographischen Region abgestimmt. Innerhalb Mitteleuropas brauchen Sie sich allerdings keine Sorgen zu machen. Die Unterschiede zwischen dem Sternenhimmel in Hamburg und Wien sind nur marginal.

Für Profis: Sich eigenständig am Himmel zurechtfinden

Die anspruchsvollste, aber auch flexibelste Möglichkeit ist das Suchen Ihres Sternes ganz ohne weitere Hilfsmittel. Diese Möglichkeit erfordert ein wenig Übung, macht Sie mit dem Himmelszelt aber auf einer tieferen Ebene vertraut.

HimmelsorientierungAls Ersten müssen Sie den Polarstern finden. Der Polarstern ist einer der helleren Sterne des Nordsternhimmels und befindet sich genau im Norden auf einer Höhe von ungefähr 50 Grad. Kennen Sie das Sternbild großer Wagen? Falls ja, können Sie mit Hilfe des großen Wagens den Polarstern finden. Wie das gemacht wird sehen Sie in der Zeichnung links.

Sie suchen zuerst den Großen Wagen. Sehen Sie ihn sich genau an: Seine sieben hellsten Sterne sind alle unterschiedlich hell. Wenn Sie die Hinterachse des Wagens um das Fünffache verlängern, treffen Sie auf den lichtschwächeren Polarstern im Kleinen Wagen. Er gibt Ihnen einen festen Orientierungspunkt. Er bildet den Himmelsnordpol und steht daher immer genau im Norden. Mit seiner Hilfe finden Sie immer die Himmelsrichtungen am Firmament.

Als nächstes ziehen sie die Informationen die wir Ihnen zu ihrem Sternbild mitgeliefert haben zu Rate. Handelt es sich bei Ihrem Sternbild um ein sogenanntes Sommersternbild, ein Wintersternbild, oder ein zirkumpolares Sternbild?

Ein Sommersternbild ist dadurch definiert, dass es im Sommer möglichst gut, das heißt möglichst lang zu sehen ist. Das bedeutet also, dass sie im Sommer ihr Sommersternbild bei Anbruch der Nacht im Osten aufgehen sehen. Während der Nacht wird das Sternbild nach Süden und Westen wandern, bevor es um die Dämmerungszeit wieder untergeht.Für Frühlingssternbilder gilt das Gleiche im Frühling, für Herbststernbilder das Gleiche im Herbst und für Wintersternbilder das Gleiche im Winter.

Wenn Sie also z.B. ein Herbststernbild haben und es auch gerade Herbst ist, haben Sie es relativ leicht. Ihr Sternbild befindet sich am Abend nahe dem Horizont im Osten, während es sich um Mitternacht im Süden hoch über dem Horizont befindet und im Morgengrauen im Westen wieder hinter dem Horizont untergeht.
Wie ist es aber mit einem Herbststernbild, das Sie z.B. im Winter beobachten möchten? Sie werden es nur stundenweise sehen können. Denn wenn es im Winter gerade Mitternacht ist, und die Wintersternbilder hoch im Süden zu sehen sind, da gehen im Osten die Frühlingssternbilder erst auf. Und im Westen gehen die Herbststernbilder schon wieder unter. So verhält es sich auch in jeder anderen Jahreszeit. Die Sternbilder der vergangenen Jahreszeit sind nur zwischen Abend und Mitternacht, die Sternbilder der kommenden Jahreszeit nur zwischen Mitternacht und Morgengrauen zu sehen. Die Sternbilder des Sommers wären im Winter hingegen gar nicht zu beobachten.

Wenn Sie also wissen, welche Jahreszeit gerade ist, und Sie wissen, in welcher Jahreszeit Ihr Sternbild am besten zu sehen ist, dann können Sie grob einschätzen, um wie viel Uhr Sie Ihr Sternbild in welcher Himmelsrichtung beobachten können.

Wie hoch über dem Horizont wird sich Ihr Sternbild allerdings befinden? Diese Information gibt Ihnen die sogenannte Deklination Ihres Sternes. Eine Information, die wir Ihnen auf dem Informationsblatt zu Ihrem Stern mitgeben. Es gilt die Faustregel, je größer die Deklination, desto höher am Himmel müssen Sie suchen.

Bevor Sie mit dem Suchen loslegen, prägen Sie sich die Umrisse Ihres Sternbilder und der Nachbarsternbilder gut ein. Es ist nicht einfach, ein Sternbild ohne alle Hilfsmittel zu finden. Wie auch immer, mit etwas Übung werden Sie mit Sicherheit über Ihr Sternbild oder eines Ihrer Nachbarsternbilder stolpern. Sie haben vergessen, welcher Stern aus Ihrem Sternbild Ihr Taufstern ist? Kein Problem, auf unserer Detail-Sternkarte finden Sie die exakte Position.

Übrigens. Bei einem zirkumpolaren Sternbild haben Sie es besonders einfach. Ein zirkumpolares Sternbild ist nicht nur das ganze Jahr zu jeder Nachtzeit zu sehen. Es befindet sich so wie der Große Wagen auch in der direkten Nähe des Polarsterns und ist deswegen besonders einfach zu finden.

Noch ein paar allgemeine Ratschläge:
Haben Sie Geduld! Selbst lichtstarke Sterne sind bei Wolken und heller Großstadtbeleuchtung nicht leicht zu finden. Gewöhnen Sie Ihre Augen an die Dunkelheit. Und besonders im Winter. Unterschätzen Sie nicht die Kälte, sondern machen Sie es sich mit warmer Kleidung und warmen Getränken gemütlich.